Mein Fuhrpark: 2.200 Fahrzeuge - Werkstatttermine: 0

Ronny Herrmann • 17. September 2026

Mein Fuhrpark: 2.200 Fahrzeuge - Werkstatttermine: 0.

Ich bin selbst Mitglied der teilauto Genossenschaft und gehöre zur Gruppe, der Vielfahrer. Meine Kunden sind Mittelständler und Wasserversorger in ganz Deutschland. Wasserwerke, Kläranlagen und Prüfstände liegen selten neben einem ICE-Bahnhof. Ich fahre diese Termine mit teilAuto, direkt ab Dresden.


Mit 17500 km pro Jahr und diversen Buchungen pro Monat benötige ich kein eigenes Geschäftsfahrzeug.


Ein Auto für zwanzig

Ein privater Pkw wird im Schnitt weniger als eine Stunde am Tag bewegt (Mobilität in Deutschland 2017). Die übrigen 23 Stunden steht er und kostet.

Der Bundesverband CarSharing hat untersucht, was passiert, wenn man diese Standzeit teilt. Ergebnis der Studie „Mehr Platz zum Leben" (2016): In innenstadtnahen Wohngebieten ersetzt ein stationsbasiertes Carsharing-Fahrzeug bis zu 20 private Pkw. 78 % der befragten Kunden dort leben in Haushalten ohne eigenes Auto.


Hinter dieser Zahl steckt reine Auslastungslogik, und sie nützt beiden Seiten:

Für den Anbieter: Ein Fahrzeug, das von vielen genutzt wird, verdient seine Fixkosten über viele Fahrten. Das macht professionelle Wartung, junge Fahrzeuge und ein dichtes Stationsnetz erst wirtschaftlich.

Für die Nutzer: Anschaffung, Wertverlust, Versicherung, Steuer und Werkstatt verteilen sich auf alle. Ich zahle meinen Anteil nur, wenn ich fahre.

Wer aus dem Prozessmanagement kommt, erkennt das Muster: eine teure Ressource, die bei jedem Einzelnen schlecht ausgelastet ist, wird gebündelt und professionell betrieben.


Ein Fahrzeug ist ein Prozess

Aus Sicht des Prozessmanagement ist die Administration eines Fahrzeugs ein Prozess mit diversen Schnittstellen: Beschaffung, Finanzierung, Versicherung, Steuer, Hauptuntersuchung, Reifenwechsel, Werkstatt, Schadenabwicklung, Wertverlust, Verkauf. Für eine Solo-Beratung ist jede dieser Aufgaben Zeit, die niemand bezahlt. Bei teilAuto buche ich, fahre und rechne ab.

Dazu kommt die Flexibilität. Für die Begehung reicht ein Kleinwagen, für den Workshop mit Material nehme ich einen Kombi, für größere Transporte einen Transporter. Laut Unternehmensangaben vom März 2026 stehen rund 2.200 Fahrzeuge an über 1.000 Stationen in 30 Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bereit.


Die Rechnung

Ein eigenes Fahrzeug kostet auch, wenn es steht. Carsharing kostet nur, wenn ich fahre. Entscheidend ist die Vollkostenbetrachtung. Wer nur Kraftstoff und Leasingrate vergleicht, rechnet sich das eigene Auto schön.


Was das mit Ihrem Unternehmen zu tun hat

Viele Betriebe halten Pool-Fahrzeuge vor, die den größten Teil der Woche auf dem Hof stehen. In der Arbeitsschutz Beratung sehe ich die Kehrseite: Jedes davon bringt Halterpflichten mit: Hauptuntersuchung, Wartung, die regelmäßige Fahrzeugprüfung nach DGUV Vorschrift 70, Führerscheinkontrolle. Bei Carsharing liegen Halterpflichten und Fahrzeugzustand beim Anbieter.

Beim Unternehmen bleiben drei Aufgaben. Dienstfahrten gehören in die Gefährdungsbeurteilung. Die Fahrenden sind zu unterweisen. Vor Fahrtantritt ist das Fahrzeug auf erkennbare Mängel zu prüfen. Das ist deutlich weniger als ein eigener Fuhrparkprozess, und es ist klar abgegrenzt.


Betrieb abgeben, Verantwortung behalten

Das Muster reicht über den Fuhrpark hinaus. In der IT-Sicherheit gilt es genauso: Wer Server, Netz oder Fernwartung an einen Dienstleister gibt, gibt den Betrieb ab, nicht die Verantwortung. NIS-2 legt sie ausdrücklich auf die Leitung. Beim Fahrzeug ist es dieselbe Trennlinie. Der Anbieter hält und wartet das Auto. Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung bleiben im Unternehmen.


Auslagern funktioniert, wenn vorher klar ist, was abgegeben wird und was bleibt. Das ist in allen drei Feldern die eigentliche Arbeit.

Wo es nicht passt


Bereitschaftsfahrzeuge, Fahrzeuge mit fester Ausrüstung und Standorte ohne Station in der Nähe lassen sich so nicht ersetzen. Zu Stoßzeiten muss man früher buchen. Auch die Mitglieder selbst nennen das Stations- und Fahrzeugangebot als größtes Verbesserungsfeld. Und die Quote von 1:20 stammt aus innenstadtnahen Wohngebieten, nicht vom Betriebshof eines Zweckverbands im ländlichen Raum.


Carsharing ersetzt nicht jedes Fahrzeug. Es ersetzt die, die hauptsächlich stehen.


Was konkret machbar ist

Auslastung der Pool-Fahrzeuge über vier Wochen erfassen. Das Fahrtenbuch reicht dafür.

Für jedes schwach ausgelastete Fahrzeug die Vollkosten pro gefahrenem Kilometer rechnen.

Geschäftskundentarif und Stationslage prüfen und ein Fahrzeug testweise ersetzen. Zuständig ist die Fuhrparkverantwortung, die Entscheidung trifft die Geschäftsführung.


Transparenzhinweis: Ich bin Mitglied der teilAuto eG. Eine Kooperation oder Vergütung für diesen Beitrag gibt es nicht.

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Vieles ist in Bewegung und viele engagierte Mitarbeitende geben ihr Bestes. Doch trotz aller Bemühungen kommt es immer wieder zu Verzögerungen und Fehlern. Diese Probleme stören nicht nur Ihre Abläufe, sondern machen auch Ihre Kunden unzufrieden. Natürlich wollen Sie Fehler vermeiden – doch oft fehlt die Zeit, zusätzliche Ressourcen oder der nötige Rückhalt für Veränderungen. In unseren Projekten haben wir bestehende Prozesse analysiert und dabei viele Schwachstellen identifiziert. Gemeinsam mit den Teams konnten wir bessere Abläufe mit hoher Akzeptanz umsetzen. Dennoch begegnen auch wir den bekannten Widerständen – und möchten diese mit Ihnen zusammen überwinden. Unser Plakat „Let’s do it!“ greift die typischen Ausreden humorvoll auf. Damit möchten wir alle motivierten Mitarbeitenden unterstützen, ihre Energie und Begeisterung für Veränderungen aufrechtzuerhalten. Lasst uns gemeinsam die ersten Schritte gehen – ganz nach dem Motto: Let’s do it! – Prozesse einfach machen. Starten Sie jetzt und machen Sie den ersten PEMM-Test , um herauszufinden, wo es sich lohnt zu beginnen! Wer das Plakat in A2-Format gern für sich nutzen möchte, schreibt mir einfach eine kurze Nachricht :) Ein PEMM-Test (Process and Enterprise Maturity Model) bewertet die Reife und Effektivität von Geschäftsprozessen und organisatorischen Fähigkeiten, um Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
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Ich freue mich, die Kooperation mit confideon bekannt zu geben! Damit bündeln wir unsere Expertise in der Transformationsbegleitung, in der Prozessoptimierung , in der Arbeitsschutzberatung und in der IT-Sicherheit . Mit unserer gemeinsamen Expertise in der Wasserwirtschaft können wir unseren Kunden noch umfassendere Lösungen anbieten und gemeinsam zukunftsweisende Projekte vorantreiben. Diese Zusammenarbeit steht für den Netzwerkgedanken, den wir gemeinsam leben: Kompetenzen bündeln, Synergien nutzen und unsere Kunden optimal unterstützen. Gemeinsam schaffen wir einen echten Mehrwert für die Zukunft der Wasserwirtschaft. Das wird gut!